Laserschneiden mit Druckluft
Laser-Mythos – „Ohne teures Gas läuft nichts“
Viele Betriebe verbinden Laserschneiden automatisch mit hohen laufenden Prozesskosten. Ein zentraler Kostentreiber in dieser Wahrnehmung ist das Prozessgas.
Der verbreitete Mythos lautet:
„Ohne teures Gas wie Stickstoff oder Sauerstoff ist Laserschneiden nicht wirtschaftlich möglich.“
Diese Aussage ist so pauschal jedoch nicht korrekt.
Rolle von Prozessgas beim Laserschneiden
Beim Faserlaserschneiden werden je nach Anwendung unterschiedliche Gase eingesetzt:
- Sauerstoff (O₂) → unterstützt die exotherme Schneidreaktion, vor allem bei Baustahl
- Stickstoff (N₂) → sorgt für oxidfreie Schnittkanten bei Edelstahl und Aluminium
- Druckluft → kostengünstige Alternative für viele Standardanwendungen
Das eingesetzte Gas beeinflusst dabei:
- Schnittqualität (Oxidation, Gratbildung)
- Schneidgeschwindigkeit
- Nachbearbeitungsaufwand
- Gesamtkosten des Prozesses
Wirtschaftliche Alternative: Druckluft im Dünnblechbereich
Moderne Systeme ermöglichen in vielen Anwendungen den Einsatz von gefilterter Druckluft aus dem Kompressor.
Typische Einsatzbereiche:
- Baustahl bis ca. 4 mm
- Dünne Bleche aus Kupfer
- Titan
- Zink
- Aluminium
In diesen Bereichen kann Druckluft eine technisch stabile und wirtschaftlich effiziente Alternative zu teuren Prozessgasen darstellen.
Vorteile der Druckluftnutzung
Der Einsatz von Druckluft bietet insbesondere wirtschaftliche Vorteile:
- deutlich reduzierte Betriebskosten
- keine laufenden Gaslieferkosten
- geringere logistische Abhängigkeit
- stabile Schnittqualität bei geeigneten Materialien
Wichtig ist dabei eine saubere Aufbereitung der Druckluft (Filtration und Trocknung), um konstante Ergebnisse sicherzustellen.
Fazit
Teure Prozessgase sind im Laserschneiden nicht grundsätzlich erforderlich. Ob Stickstoff, Sauerstoff oder Druckluft eingesetzt wird, hängt stark vom Material, der Materialstärke und den Qualitätsanforderungen ab.
Gerade im Dünnblechbereich kann der Einsatz von Druckluft eine wirtschaftlich sehr attraktive Lösung sein – ohne zwangsläufige Einbußen bei der Schnittqualität.
Für eine anwendungsbezogene Bewertung der optimalen Schneidstrategie berät Hezinger Maschinen GmbH praxisnah und technologieoffen.
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